Arbeit in Deutschland

28. Mai 2013 | Von | Kategorie: Deutschland

Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes

Obwohl die europäische Rezession auch Deutschland berührt und der Konjunkturausblick vorsichtig bleibt, zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt robust: Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug im Februar 2013 5,4 Prozent (nicht saisonbereinigt: 6,9 %) und lag damit deutlich unterhalb des EU-Durchschnittes von 10,9 Prozent. Bis April 2013 kam es (möglicherweise witterungsbedingt) nur zu einer leichten Frühjahrsbelebung bei geringfügiger Erhöhung der Arbeitslosenzahl um 0,1 Prozent auf 2,934 Millionen. Um Arbeit in Deutschland ist es damit weiterhin deutlich besser gestellt als in den meisten anderen Ländern Europas.

Im ersten Quartal 2013 stieg die Erwerbstätigenzahl um 76.000 auf 41,5 Millionen an, was einem Jahresanstieg um 300.000 entspricht. Die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse erhöhte sich bis Februar 2013 gegenüber Dezember 2012 um 108.000 auf nahezu 29 Millionen und damit binnen Jahresfrist um knapp 410.000.

Zwar scheiden mehr ältere Berufstätige aus, als jüngere Menschen nachrücken. Jedoch stehen für eine Arbeit in Deutschland aufgrund sich ausweitender Erwerbsbeteiligung und verstärkter Zuwanderung nach Deutschland im Jahr 2013 voraussichtlich zusätzlich 140.000 und damit 45,5 Millionen Personen zur Verfügung.

 

Regionale Aspekte

Wenngleich die meisten Bundesländer Beschäftigungsanstiege verzeichnen, so verläuft doch die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse per April 2013 mit 1,5 Prozent (knapp 360.000) in den westlichen und 0,9 Prozent (50.000) in den östlichen Bundesländern gegenüber dem Vorjahr regional differenziert. Die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten lagen in Westdeutschland bei 6,0 Prozent und in Ostdeutschland bei deutlich höheren 10,4 Prozent. Allerdings hat sich die Zahl der ostdeutschen Arbeitslosen innerhalb des letzten Jahres um 4 Prozent (35.000) auf 912.000 reduziert, während sie in Westdeutschland um 4 Prozent (84.000) auf 2,108 Millionen zunahm. Einen deutliche Erhöhung der Beschäftigungslosenzahl verzeichnete das Saarland (+13 Prozent), während Hamburg mit -0,4 Prozent im Westen sowie Thüringen (-1,8 Prozent), Berlin und Sachsen (-3,4 Prozent) im Osten die günstigsten Entwicklungen bei den Arbeitslosenzahlen aufwiesen.

 

In welchen Regionen gibt es besonders gute Chancen auf Arbeit?

Überdurchschnittliche Jahreszuwächse bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und damit besonders gute Chancen auf eine Arbeit in Deutschland weisen per Februar 2013 Baden-Württemberg (+1,6 Prozent, Niedersachsen (+1,8 Prozent), Hamburg und Bayern (+2,1 Prozent) sowie Berlin (+ 3,1 Prozent) auf, während Rückgange im Saarland (-0,1 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (-0,6 Prozent) registriert werden.

 

Welche Berufe sind gefragt?

Angesichts des günstigen Arbeitsmarktumfeldes steigt die Beschäftigung in den meisten Berufsfeldern an. Besonders stark erhöhten sich per Februar 2013 die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse bei wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 5,1 Prozent (160.000), gefolgt vom Sozial- und Gesundheitswesen (2,6 Prozent/96.000) und dem verarbeitenden Gewerbe (0,9 Prozent/61.000). Dagegen reduzierte sich die Anzahl der in der Arbeitnehmerüberlassung Beschäftigten um 7 Prozent bzw. 53.000.

 

Qualifikation

Nach einer aktuellen Studie der Bundesagentur für Arbeit (April 2013) entscheidet Bildung maßgeblich über die Arbeitsmarktchancen: Während Akademiker im Jahr 2011 lediglich eine Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent aufwiesen und Personen mit mittlerer Qualifikation zu 5,1 Prozent beschäftigungslos waren, lag die Arbeitslosenquote ohne berufsqualifizierenden Abschluss bei 19,6 Prozent.

 

Die Suche nach Arbeit in Deutschland

Die Jobsuche kann mittels Direktbewerbung bei Unternehmen in besonders aussichtsreichen Branchen, aber auch mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit erfolgen, die im April 2013 247.000 Personen durch berufsqualifizierende Fördermaßnahmen unterstützte. Auch eine Jobsuche im Internet kann sehr erfolgreich sein.

 

Chancen für Ausländer

Der stabile deutsche Arbeitsmarkt bietet auch ausländischen Arbeitnehmern gute Berufsmöglichkeiten. Nach Zuwanderungsbewegungen aufgrund von 2011 weggefallenen Freizügigkeitsbeschränkungen für Arbeitssuchende aus acht EU-Ländern führt auch die Schuldenkrise zu einem Arbeitnehmerzustrom aus Spanien, Portugal, Griechenland und Irland nach Deutschland.

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