Brexit als Chance für Frankfurt

11. Oktober 2016 | Von | Kategorie: News

Brexit ist Brexit, betont die britische Premierministerin Theresa May immer wieder. Anfang 2017 soll der offizielle Austrittsantrag gestellt werden. Damit dürfte der Finanzplatz London erhebliche Nachteile erleiden, angeblich sind bis zu 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Profitieren können davon andere europäische Städte wie Paris, Luxemburg, Warschau, Amsterdam, Dublin oder Frankfurt. Viele Experten sehen Frankfurt als den wahrscheinlich größten Gewinner aus diesem Wettbewerb um die Finanzhäuser hervorgehen. 

Mit dem Brexit könnte London die bisherige Rechtsgrundlage verlieren 

Je nachdem wie die Verhandlungen zu Brexit ausgehen kann es zu einem Wegfall des sogenannten Passporting kommen (Unter Passporting versteht man das Recht, grenzübergreifend in der ganzen EU Geschäfte durchführen zu können). In diesem Fall müssten sich die Finanzhäuser einen anderen Standort innerhalb der EU suchen. So hat alleine die Bank J.P. Morgan beispielsweise von 4.000 betroffenen Arbeitsplätzen gesprochen (von insgesamt 16.000). Auch andere Banken haben vor einer drohenden Verlagerung von Arbeitsplätzen gewarnt. 

Frankfurt in der Pole Position 

Aufgrund dieser Situation versuchen sich andere Städte der EU als Finanzplatz in Stellung zu bringen. So verkündet der Chef des Frankfurter Regionalmarketings, Eric Menges „Frankfurt will das Tor Londons zur EU werden“. In der Tat stehen die Chancen für Frankfurt nicht schlecht. Bereits heute ist Frankfurt in Deutschland der führende Finanzplatz. Ein gewichtiges Plus ist natürlich auch, dass der Sitz der europäischen Zentralbank bereits heute in Frankfurt ist. Gleiches gilt für die europäische Versicherungsaufsicht. Daneben kann Frankfurt punkten mit dem Flughafen, der Messe und der Frankfurter Börse. Verglichen mit London werden aber dennoch in Frankfurt die kleineren Brötchen gebacken. Derzeit sind im Raum Frankfurt ca. 75.000 Mitarbeiter im Finanzsektor beschäftigt. Durch die Verlagerung aus London erhofft man sich einen Zuwachs von ca. 10.000 neuen Stellen.

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